Nathalie 的个人资料Die Gedanken sind frei照片日志列表更多 工具 帮助

日志


11月23日

Bildung und die Notwendigkeit von Eigenverantwortlichkeit in einer demokratischen Gesellschaft

 





Ist die Welt wirklich so, wie wir glauben, dass sie ist? Ja, die Aussage, dass das Fernsehprogramm eindeutig zur Volksverdummung beiträgt kennen wir alle. Auch ich habe sie bereits erörtert. Aber es ist zur Zeit auch schwierig, die richtige ansprechende Literatur zu finden. Ich persönlich lese angeblich „hochkomplizierte Dinge“, wenn ich den Aussagen meiner Mitmenschen Glauben schenken darf. Allerdings muss ich sagen, dass mir ein „Mittelmaß“ in den deutschen Buchhandlungen derzeit fehlt. Damit meine ich eine Lektüre, die zwar entspannend wirkt, aber gleichzeitig den Geist anspricht. Nach acht bis neun Stunden Denkarbeit, kann mein Kopf nicht einfach auf Unterhaltung umschalten. Er benötigt eine Aktivität, die in eine andere Richtung gerichtet ist. Mir persönlich ist es schon immer schwer gefallen, einfach nur auf einen Bildschirm zu starren. Bei der derzeitigen Scheiße, die ausgestrahlt wird, ist es noch unerträglicher Auch ich habe bereits Abende hinter mir, an denen ich „die Supernanny“ eingeschaltet hatte, einfach nur um jemanden sprechen zu hören, während ich mich in ein Buch vertiefte. Ich glaube, dass das Fernsehen uns einfach immer dümmer macht. Der Kopf wird komplett ausgeschaltet und es wird einfach nur noch konsumiert. Mit dieser Einstellung werden wir in diesen Zeiten jedoch nicht überleben. , es sei denn wir wursteln uns doch wieder irgendwie durch.

Wir haben eine Finanzkriese, weil Menschen mit Unsummen hantieren, die sich der menschliche Verstand kaum vorzustellen vermag. Weil man nie zufrieden ist mit dem, was man besitzt. Insbesondere der Geldhunger der großen Bankhäuser und Finanzexperten scheint unstillbar. Plötzlich ein Crash na so was, das hätte man sich ja niemals träumen lassen, dass finanzielle Luftschlösser einstürzen könnten. Ebensowenig hätte man gedacht, das der seit Jahrzehnten prognostizierte Klimawandel tatsächlich einmal eintrifft. Und jetzt, wo alles zusammenbricht, wird sich hektisch gebärdet. Man wird hysterisch vor Angst aber ändert man den wirklich etwas? Nein, denn vor Änderungen hat der Mensch noch mehr angst als vor Katastrophen. Katastrophen könnten sich auch noch abwenden lassen, nicht war? Ja natürlich!!! Aber dazu bedarf es eines radikalen Umschwungs. Da müssen endlich mal neue Wege gegangen werden.

Die Forderung ist alt. Weg mit überzogenen Managergehältern. Keine Abfindungen für Versager. Statt dessen schlage ich vor, dass sich die Firmen endlich einmal der Fair Trade Bewegung anschließen, so das die arme Plantagenarbeiterin in Bolivien endlich mal ein Gehalt erhält, dass ihr ein menschenwürdiges Leben ermöglicht. Dies ist bezahlbar meine Herren!!! Geben sie einfach mal ein paar Millönchen ab. Die stehen ihnen sowieso nicht zu.

Liebe Automobilhersteller!! Wo bleiben die bezahlbaren CO2 armen Fahrzeuge, die sie uns seit bald 20 Jahren versprechen?!!!

Und meine lieben Mitbürger, wir leben in einem Land in dem Bildung ziemlich frei zugänglich ist. Wie wär's mal damit den Arsch vom Sofa hoch zu kriegen und sich mal über Fortbildungen zu informieren. Vielleicht mal angefangen mit einem Deutschkurs „Neue deutsche Rechtschreibung“? Wie wär's mal mit Glotze aus und Hirn an? Ab in die nächste Bücherei oder zum nächsten Vortrag der kirchlichen Bildungswerke oder der VHS. Der Kopf ist zum Denken da, nicht um einen Eingang für Chips zu haben. Wir alle tragen Verantwortung für unsere Demokratie und die Weiterentwicklung unseres Landes. Es gibt viel zu tun, packen wir es an. Wir sollten endlich mal wieder aufstehen und unsere Rechte einfordern. Wir brauchen keine Diskussionssendnungen, in denen uns neunmalkluge Politiker erklären, was wir fühlen. Wir brauchen keine besänftigenden Schlummertrünkchen.

Jetzt wird ein ansonsten als Literaturpapst gefeierter Mensch wie Marcel Raich-Ranizki von den Medien kritisiert und seine Weigerung den Deutschen Fernsehpreis anzunehmen in allen möglichen und unmöglichen Situationen wiederholt und zitiert. Hiermit wird nur noch eindrücklicher bewiesen wäre, dass dieser Mann, egal was man von ihm halten mag genau richtig handelte. Dass nun endlich mal ein Zeichen gesetzt wurde, doch das Volk und die Medienwelt sind anscheinend zu dumm niveauvolle Botschaften zu verstehen. Es entsteht der Eindruck, als sei das Volk der Dichter und Denker mittlerweile bereits so verblödet, dass es noch nicht einmal mehr in der Lage ist, die eigene Sprache zu verstehen, geschweige denn zur konkreten Informationsvermittlung zu gebrauchen.

Dabei kann ich, wie ich in den letzten Monaten mit Schrecken feststellen musste, noch nicht einmal meinen eigenen Berufstand ausnehmen. es ist ein Jammer, das Sprache in dieser Gesellschaft immer mehr zur Luxusware verkommt. Das der kunstvolle Umgang mit ihr nur noch von einzelnen Muttersprachlern beherrscht wird. Manchmal muss ich mit Schrecken feststellen, dass einfachste Wortspielereien schon zu einer Ausdrucksform verkommen sind, derer immer weniger Menschen mächtig sind.

Aber was wollen wir eigentlich? In dieser Woche musste ich wieder erleben, dass die Bereitschaft den eigenen Kopf einzuschalten selbst bei Auszubildenden in einem therapeutischen Beruf teilweise nicht gegeben ist. Es scheint der Anspruch zu herrschen, das man als Schüler Konsument der Dienstleistung seiner Ausbilder ist. Was soviel bedeutet wie: "Lieber Chef kau mir bitte mein Bildunssteak vor und injiziere mir das Wissen möglichst direkt ins Hirn. Die Begriffe" Motivation" und "Eigeninitiative" scheinen im Wortschatz eines manchen Mitbürgers nicht vorzukommen. Wie praktisch! Es ist auch viel einfacher dem Staat, Klassenverband oder den Kollegen die Schuld an den Unwegsamkeiten des Lebens zuzuschieben, anstatt selbst die Verantwortung für das eigene Leben und das eigene Handeln zu übernehmen.

In unserer Gesellschaft herrscht Sprachlosigkeit. Wir sind umgeben von einer Fülle von Kommunikationsmitteln: Handy, MSN, Telefon, email ect. Es ist nicht nötig hier alle Techniken aufzuführen, ich denke worauf ich hinaus möchte, wird auch so deutlich. Was ich mich frage ist: "Wieviele Minuten täglich finden Gespräche statt, die diese Bezeichnung auch verdienen? Dazu ist es natürlich wichtig, dass ich hier einmal kurz meine Definition eines "wahren" Gesprächs aufführe. Ein Gespräch ist in meinen Augen der sprachliche Austausch zwischen mehreren Personen über eine bestimmte Thematik. Hierbei sollten sich alle Gesprächspartner aktiv durch Äußerung ihrer Meinungen, Befindlichkeiten, Gedanken oder anderer Infomationen am Geschehen beteiligen. Voraussetzung hierfür ist, dass alle Gesprächteilnehmer dazu bereit den Anderen zuzuhören, selbständig Informationen zu verabeiten, mit eigenen Erfahrungen abzugleichen und gleichzeitig die eigenen Gedankengänge zu verbalisieren um diese somit zur Diskussion zu stellen. Schnelles Sprachverstehen und kreative Denkprozesse sind hierzu eindeutig von Vorteil.

Was uns zur nächsten Frage führt. Wieviel Sprache haben wir noch im Land der Dichter und Denker? Damit meine ich nicht wieviel Wörter der Duden umfasst oder wieviele Bücher jährlich veröffentlicht werden. Ich denke hierbei viel eher an den sogenannten aktiven und passiven Wortschatz des deutschen Durchschnittsbürgers. Ich weiß, dass es hierzu höchst offizielle Statistiken gibt. Das ist hier aber nicht mein Thema, denn wie heißt es so schön um es mit Winston Churchill zu sagen. "Glaube keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast". als Mensch, der sich aus beruflichen Gründen mit der Größe des menschlichen Wortschatzes befasst, weiß ich aber auch, wie Schwierig sich die Datenerhebung für eine solche "Wortschatzstatistik" gestaltet. Daher greife ich auf meine sehr persönlichen Beobachtungen zu Verwendung der deutschen Sprache in den Medien und in meinem privaten und beruflichen Umfeld zurück.

Man kann schon in so manche seltsame Situation geraten, wenn man beispielsweise Begriffe wie : Zwiespältigkeit, hochtrabend oder Moral in den Mund nimmt. Plötzlich kann man in verzweifelte, ängstlich Augen sehen, wenn man Themen von zwei Seiten beleuchtet. der festgefahrene Geist nimmt oftmals nur die erste Information war, und beginnt dem zu widersprechen, was sein Gegenüber gerade gesagt hat. Dieser jedoch hatte möglicherweise schlicht und ergreifend versucht einen Konsens zu erzielen indem er versuchte sich widersprechende Elemente also Gegensätze zu einem sinnvollem Ganzen zu verbinden.

Wie auch immer. Mein Lamentieren zu diesem Thema wird einzig und allein von der leisen Hoffnung genährt, dass es vielleicht ja doch noch eine Möglichkeit gibt, das Ruder herrum zureißen. Dies wäre allerdings mit Arbeit verbunden wobei wir schon wieder bei einer neuen Fragestellung wären. Nämlich der Frage, wie man in unserer Konsumgesellschaft überhaupt noch Menschen zur eigenständigen Arbeit bringen kann. Ich wollte zunächst motivieren schreiben, allerdings leitet sich das Verb "motivieren" ja eindeutig vom "Motiv" ab. Dann wären wir bei der Frage welches Motiv die "Denkfaulen" leitet. Haben sie ein Motiv oder handelt es sich bei ihnen um sogenannte "fehlangepasste Annahmen"? Beispielsweise der Annahme, dass Bildung der Konsum von Fakten ist, wobei Zusammenhänge in gleicher weise auswendiggelernt werden können.

Nun ja nachdem nun eine Skizze der Situation gezeichnet wurde, wie sie sich in den Augen der Autorin abzeichnet, sollten Lösungsvorschläge erarbeitet werden. Dies gestaltet sich allerdings schwierig, wenn bei den betroffenen Mitbürgern dass, wie der Therapeut es nennen würde, "Störungsbewusstsein" oder der um es psychologisch auszudrücken "Leidensdruck" fehlt. Dieser mangelnde Leidensdruck führt in der Konsequenz dazu, dass sich die geistigen Anforderungen an eben jene Personengruppe sich von Tag zu Tag verringern, wodurch der Kopf das Denken verlernt. In der Konsequenz führt dies zu steigender Hilflosigkeit und immer größeren Problemen bei der Bewältigung des Alltags, was in der Konsequenz dann wiederum dazu führt, dass plötzlich ein lauter Hilferuf ertönt gepaart mit der Empörung darüber, dass es in diesem Land angeblich kein Sozialverhalten mehr gibt und die Schwächeren einfach fallen gelassen werden. das fatale an dieser Äußerung ist, dass sie zutreffend ist.

Ja wir kommen nicht umhin zu bestätigen, dass soziales Handeln in dieser Gesellschaft die Ausnahme ist. Ja, die Maxime mag in vielerlei Hinsicht lauten: "Jeder für sich und keiner für alle". Dies führt dann in der Konsequenz zu einem Mangel an moralischem Empfinden und hat in jüngsten Tagen in meinen Augen auch einen nicht zu leugnenden Anteil an der derzeitigen Finanzkriese. Um nun aber auf das soziale Prinzip zurückzukommen. Der Grundpfeiler des sozialen Prinzips besteht darin, dass der stärkere für den Schwächeren sorgt. Ein von grundauf richtiger und schöner Gedanke. Allerdings fußt die Demokratie gleichzeitig auf der aktiven Mitwirkung eines jeden Bürgers. Diese aktive Mitwirkung beinhaltet zum einen die Teilnahme an Wahlen durch Abgabe des ausgefüllten Stimmzettels. Zum anderen beinhaltet sie das Übernehmen der Verantwortung für das eigene Leben und das eigene Handeln.

Wie sollte dies nun aussehen? Ein erster Schritt wäre vielleicht eine möglichst rationale Analyse der eigenen Situation und der eigenen Bedürfnisse. Wo bin ich? Was brauche ich? Was möchte ich? Wo will ich hin?. Die Beantwortung dieser Fragen wäre vielleicht ein erster Schritt zurück ins Leben. Sie führt dann unweigerlich zur größten aller Fragen nämlich der Was muss ich persönlich tun um mein soeben definiertes Ziel zu erreichen?

Natürlich ist dieser Weg anstrengend und alles andere als bequem. Nicht umsonst wird er so häufig gescheut. Solange es noch genügend "Gutmenschen" gibt, die ein unverantwortliches Handeln des einzelnen sich selbst gegenüber tolerieren und durch falsche Hilfe, wie das Abnehmen von Verantwortung fördern, wird sich unsere Gesellschaft meiner Meinung nach immer stärker in Schiefstand begeben.

Lösungsvorschläge habe ich zu beginn dieses kleinen Aufsatzes bereist anklingen lassen. Abschließend kann ich nur mal wieder sagen: Viel Spaß beim Selberdenken!